Überwältigende Rückmeldungen

zu den drei Kinästhetik-Seminaren

Erstmals organisierten der Verein Sternentaler und der Angelman Verein Schweiz gemeinsam Kinaesthetics-Seminare. An insgesamt drei Wochenenden im Mai, Juni und August lernten Mütter und Väter, wie sie ihre körperlich schwer oder schwerst behinderten Kinder aufnehmen oder sie von einem Ort zum anderen zu transferieren, ohne dabei ihre Rücken zu überstrapazieren. Die Seminare fanden im zum Kinderspital Zürich gehöhrenden Rehabilitationszentrum Affoltern am Albis statt.

 

Kinaesthetics ist ein rückenschonendes Konzept, um Bewegungen wahrzunehmen und Bewegungsabläufe zwischen Eltern und ihren körperlich beeinträchtigten Kindern zu optimieren. Ziel der Kinaesthetics ist, dass sich Betreuende bestimmte Bewegungsabläufe antrainieren, die es dem körperlich beeinträchtigten Kind ermöglichen, selbst gesteuerte Bewegungen auszuführen. Im kinaesthetischen Bewegungsablauf wird der Patient nicht getragen und nicht gehoben.

 

Am Samstag drehte sich in den drei Seminaren Vieles um einen ersten Wissensaufbau. In verschiedenen Blöcken konnte die Theorie dann aber gleich auch selbst ausprobiert werden. Dabei übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit- und untereinander und entdeckten dabei neue Bewegungsabläufe und Möglichkeiten, ihre Kinder zu pflegen oder zu transportieren. Dafür standen auch Pflegebetten zur Verfügung, um Situationen möglichst realistisch nachzustellen.

 

Am Sonntagvormittag wurde auf dem bestehendem Wissen aufgebaut. Dabei beantworteten die beiden Kursleiterinnen, Lea Fischer und Judith Ledermann, die Fragen, die vom Vortag noch offen waren. Kurz vor dem Mittagessen besuchte die Psychologin Yildiz Uenver die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer. Bei ihrem Input informierte und beriet sie Eltern zum Thema „Herausforderndes Verhalten“. Wenn sich behinderte Kinder nicht ausdrücken können oder sich missverstanden fühlen, kommt es oft zu Situationen, in denen Eltern ratlos sind, weil sie selbst oder Personen in der Schule oder der Freizeit von den Kindern gebissen, geschlagen, gekniffen oder an den Haaren gerissen werden. Gemeinsam mit der Kursleiterin erarbeiteten die Eltern Strategien, um in diesen heiklen Situationen möglichst richtig und gezielt zu handeln. Schnell wurde klar: Es gibt sie nicht, diese eine richtige Lösung. Aber es reicht manchmal nur schon die Erkenntnis, auf dem richtigen Weg zu sein, indem man Verschiedenes ausprobiert.

 

Nach dem Mittagessen hatten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer dann die Möglichkeit, ihre eigenen zu mobilisierenden Kinder dazukommen zu lassen, um das im Rahmen des Kinästhetik-Kurs Erlernte gezielt und begleitet anzuwenden und spezifische Fragen zu stellen. Diese einmalige Gelegenheit wurde von vielen Müttern und Vätern rege genutzt.

 

Die Rückmeldungen zu den drei Seminaren waren überwältigend. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer äusserten sich ausschliesslich positiv zum Gelernten und zu Kursablauf und -inhalt. Die drei Seminare wurden von insgesamt 34 Mütter und Väter und Betreuungspersonen behinderter Kinder besucht und waren jedes Mal ausgebucht. Den Grossteil der Seminarkosten trugen für ihre Mitgliederfamilien jeweils der Verein Sternentaler und der Angelman Verein Schweiz.